Nun, da die chinesische Regierung zur Bestürzung ihrer sich in nationalistischem Taumel befindlichen Wähler Anhänger Schäfchen doch mit der “Dalai-Lama-Clique” verhandeln will, wird sich der aufgewirbelte Staub über die schlimmen Verfehlungen westlicher Medien im Zusammenhang mit der Berichterstattung Tibet wohl auch demnächst legen. Die Zeichen stehen auf Entspannung, wie man bei intensiver Studie der Propaganda freien chinesischen Presse bereits vor etwa 10 Tagen sehen konnte.
Aber ich möchte den geschätzten Lesern doch nicht vorenthalten, wie die Inseln der Qualität in China normalerweise arbeiten. Und wie sich die lieben Milliardenscheffler, das Meer zwischen den Inseln sozusagen, dagegen so schlägt. Ein Ausschnitt aus einem Gespräch, was ich mit einem für die ARD in China tätigen Journalisten hatte:
Let me tell you a story about how ARD in China works:
The editors call the German headquarters reporting what’s going on in China. Those in german pick up topics and assign some important points, which are mostly negative. That’s okay. Then the German editors pass them on to us - the Chinese team. Who go out interviewing people and make the say what the Germans what to hear. Tricks. Then we get back to the office, play back the tapes writing down those quotes on the points. The Germans approve it. Then we cut the quotes from the tape. None of the German team in Beijing can read Chinese. The recruitment is based on the seniority principle.The German journalists from newspapers are better, like Johnny Erling from “Die Welt” because their teams are quite small.
Nun, ich halte das durchaus für glaubhaft, auch wenn ich keine Beweise gesehen habe. Wenn aber die famose freie Presse, die unsere Grundversorgung sicherstellen soll, so arbeitet, wundern mich die haarsträubenden handwerkliche Mißgeschicke im Zusammenhang mit China nicht im geringsten.


1 response so far ↓
mrpresident // April 27, 2008 at 2:54
Teilweise liest sich das von der ARD tatsächlich so. Die Artikel in der Welt finde ich auch um einiges professioneller. Scheint ein guter Mann zu sein, der Herr Erling.
Wie gewalttätig die chinesischen Nationalisten auch im Ausland sein können, das zeigte der Fackkellauf in Seoul (sehr schön auch auf diesem Video, bei Xinhua gibts wie immer die eigene, rosige Sicht der Dinge). Die Aufrufe der chinesischen Regierung scheinen bislang wenig zu nützen. Spätestens bis zum Beginn der Spiele im Sommer sollten sich diese Hitzköpfe wieder beruhigt haben und halbwegs ordentlich benehmen.
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