Seit der Nominierung Barrack Obamas zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten musste einer von Deutschlands schlechtesten Journalisten um seinen Job bangen: Marc Pitzke, Amerikakorrespondent bei Spiegel Online. Sein einziges Expertenfeld: Bush-Bashing. Für jemanden der in den letzten Jahren nichts anderes gemacht hat als hetzerische Pamphlete gegen den scheidenden US-Präsidenten zu schreiben, muss die Zeit nach Ablauf des SPON-USA-Wahl-Countdowns eine Zeit der großen kreativen Ungewissheit sein (der Countdown zählte vor kurzem noch die Zeit bis zum Ende der Amtszeit von Bush). Natürlich könnte Marc Pitzke für den Fall eines Obama-Sieges immer noch sein Zelt in Crawford, Texas aufschlagen und einen pensionierten alten Mann belästigen. Dazu müsste er aber das kuschelig-demokratische Washington D.C. verlassen und in die feindliche republikanische Provinz ziehen, weg von seinem Lieblingsweinhändler. Die Option scheidet also aus.
In letzter Zeit hat Marc Pitzke es daher mit einer Reihe von zutiefst rührenden Liebeserklärungen an Obama versucht. Das fand Otto Normalbürger zwar gut, aber auf dem Gebiet Obama-Loving ist Gregor Peter Schmitz noch einen Tick besser. Die natürliche Lösung des Problems wäre eigentlich McCain-Bashing. Aber auch hier sieht sich Pitzke der harten Konkurrenz durch Schmitz ausgesetzt.
Aber zum Glück hat McCain ja Sarah Palin zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin gekürt. Diese glückliche Wendung des Schicksals könnte die Karriere von Pitzke retten und ihn vor einer Versetzung nach Bagdad bewahren. Denn beim Palin-Bashing macht ihm so schnell keiner was nach. Hier einige Auszüge aus seinem neuesten “Artikel” (aus der Rubrik “Nachrichten – Politik” des deutschen “Nachrichtenmagazins” SPON):
Manchmal können schlechte Nachrichten auch gute Nachrichten sein. Für Sarah Palin zum Beispiel: Bei ihren jüngsten Exkursionen in die Öffentlichkeit wurde die Vize-Kandidatin der US-Republikaner von den aktuellen Hiobsbotschaften an der Wall Street, in Washington und anderswo weitgehend aus den Schlagzeilen verdrängt. Gnädigerweise.
…
(Über ein Interview-Video das Pitzke sich bei Youtube angeschaut hat:) Die Reaktion: Lachen, Ungläubigkeit – oder Erschrecken. Palins Darbietung, mehrheitlich als verheerend verrissen, wurde gestern nicht nur in der Satire-Show “Saturday Night Live” durch den Kakao gezogen, ohne dass die Gag-Schreiber am O-Ton viel ändern mussten. Sondern sie beginnt selbst bei ihren Anhängern langsam Panik auszulösen – nur wenige Tage vor Palins großem nationalen Debüt bei der Vize-Kandidaten-Debatte am Donnerstag.
…
Palins PR-Wächter, die sie so hermetisch wie möglich von der Außenwelt abschirmen, hatten sich das sicher gut überlegt.
…
“Erklären Sie mir, wie das Ihre außenpolitischen Credentials verbessert?”, hakte Couric nach – gnadenlos lächelnd wie eine Scharfrichterin auf dem Weg zum Schafott.
“Nun, das tut es sicher”, gab Palin zurück, im Ton einer belehrenden Mutter. “Denn unsere, unsere Nachbarn nebenan sind fremde Länder, dort in dem Staat, von dem ich die Exekutive bin. Und da…” Couric unterbrach eisern: “Waren Sie je an irgendwelche Verhandlungen beteiligt, zum Beispiel mit den Russen?”
…
Bei der Frage nach McCains finanzpolitischen Errungenschaften in seinen 26 Kongress-Jahren musste Palin passen. “Ich versuche, welche für Sie zu finden, und werde sie Ihnen bringen”, knödelte sie in jovialem Alaska-Akzent, als lade sie Couric zur Elchjagd ein.
Wow. Marc Pitzke ist damit wieder groß im Geschäft. Da hat er den Kollegen Schmitz eiskalt ausgeknockt. Und falls SPON ihn irgendwann doch nicht mehr brauchen sollte, kann er ja immer noch bei Xinhua arbeiten. Die mischen auch immer Nachrichten mit Meinung und Propaganda. Pitzke könnte aber auch durch die deutschen Lande tingeln und uns endlich erklären, wie er seine inhaltsleeren anti-amerikanischen Hetzpamphlete mit irgendwelchen journalistischen Idealen in Einklang bringt. Das würde mich persönlich schon sehr interessieren.
Siehe dazu auch den Beitrag des Kollegen Zettel aus der letzten Woche:
Im Vergleich mit dem, was Marc Pitzke in “Spiegel- Online” aus den USA berichtet, war der “Schwarze Kanal” des Karl- Eduard von Schnitzler ein Muster an Objektivität.
Amen.


Sie sind doch ein Medienfeind, Sie. Können Sie mal aufhören, die unabhängigen deutschen Medien zu diskreditieren? Sie haben doch bestimmt einen psychischen Knacks. Herr Pitzke ist ein äußerst bescheidener und wohlinformierter fleißiger Pulitzerpreisanwärter. Wenn Sie nicht aufhören, ihn zu verspotten, werde ich Sie von nun an jeden Tag als Nazi bezeichnen.
Upsa, mein Fehler! In Zukunft nenne ich ihn nur noch Marc Spitzke!
In der Sache Spitzke ist auch Zettels Beitrag interessant. Anonsten wieder ein Meisterstück des widerlichen SPON-Propagandisten…
The Weekly Standard ist auch auf Pitzke aufmerksam geworden.
@ S1IG und Mr. Moe:
Vielen Dank für die Hinweise. Den Beitrag von Zettel hatte ich schon reingestellt. Dass Spitzke jetzt auch international berühmt wird ist interessant.
Ouch – noch einmal der gleiche Link – da habe ich den Wochenwechsel nicht gut überstanden
guter Artikel.
hatte am Sonntag auch dazu gebloggt
http://atimetostand.wordpress.com/2008/09/28/gouvernor-palin-die-neue-hassfigur-in-deutschland/
greetz
nseaprotector
@S1IG: Kein Problem, das geht uns allen manchmal so.
@nseaprotector: Marc Spitzke ist wirklich einer der schlechtesten Journalisten Deutschlands. Vielleicht sollte es ihm mal jemand sagen.