Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. So hört man dieser Tage mal wieder aus Anlaß einer neuen OECD-Studie, die einen darüber informiert, daß sich die Einkommensschere in den letzten 20-30 Jahren immer weiter geöffnet hat. “Oha!”, hört man es aus dem Zeitungswald schallen, “wir sind ja auf dem besten Weg, “amerikanische Verhältnisse” zu bekommen.” “Enteignet die Reichen und verhaftet die Banker”, liest man sehr häufig. “Das zeigt doch, daß man die Erbschaftssteuer bis ins unermeßliche heben muß”, sagen einige.
“Ist größere Einkommenspanne an sich was schlechtes?”, möchte man da fragen. Arm ist per definitionem, wer weniger als 50% des Durchschnittseinkommens verdient. Folglich wird die Armutquote allein dadurch steigen, daß das Durchschnittseinkommen steigt. Das sagt aber gar nichts über die Lebensqualität der sog. Armen aus. Auch lesenswert ist, daß der Aufenthalt in Armut in Deutschland durchschnittlich nur 2-3 Jahre beträgt. Eine vorübergehende Krise also. OECD-Durchschnitt sind 5 Jahre. Und um diese ganzen Unkenrufe von oben mal ein bißchen in die rechte Perspektive zu rücken, hilft ein Blick auf eine Vergleichsgrafik (siehe unten). Folgende Länder sind also schlechter dran als wir: Japan, Kanada, Norwegen, Großbritannien, USA, Luxemburg, Italien. Folgende Länder sind besser dran: u.a. Türkei, Mexiko, Polen. Sagt dieser Wert also was über Lebensqualität aus? Nein.

Einkommensverteilung in Industriestaaten. Quelle:http://www.economist.com/daily/chartgallery/displaystory.cfm?story_id=12454152&fsrc=rss
Nachtrag: Der DGB heult auch gleich mal standesgemäß rum. Es ist zum heulen mit diesen Heulsusen. Jetzt hat die Regierung Schuld.


Aus diesem Artikel bläst einem die soziale Kälte ja regelrecht ins Gesicht!
Aber Spass beiseite. Wer schon einmal Definitionen von “Armut” und “würdevollemLeben” in Deutschland und so manchen anderen Ländern der Welt verglichen hat, dem geht das Linkspartei.PDS.SED.DKP-Geschrei nur noch auf die Nerven.
Aber das sind genau die Hintergrundinformationen, die einem Bürger für eine objektive Meinungsbildung verwehrt bleiben. Anderes Beispiel die Studie über die Studiengebühren, wird auch mehr oder weniger unter Verschluss gehalten…
Wieso verwehrt? Steht doch alles im Economistnetz. Und es stand ja auch in der Studie selbst. Nur daß die deutschen Medien die zumeist nicht gelesen oder nur selektiv wiedergegeben haben.
Nur daß die deutschen Medien die zumeist nicht gelesen oder nur selektiv wiedergegeben haben.
Genau das mein ich ja. Eigentlich sollte ich doch davon ausgehen können, dass ich in den Medien umfassend informiert werde. Ist aber nicht so, deswegen bleiben mir die Infos verwehrt. Schließlich ist es die Aufgabe der Journalisten zu recherchieren und irgendwelche Berichte und Tabellen so aufzubereiten, dass ich das auch begreife…
Ja, genau. Das ist ihre Aufgabe. Aber nicht die von deutschen Journalisten. Die Aufgabe von deutschen Journalisten ist es in erster Linie, Grabesreden auf den Sozialstaat zu halten, Obama geil zu finden und den Klimawandel als Religion zu installieren. Hab ich noch was vergessen?
Wenn man eins lernen muß hierzulande, dann ist es, daß es keine einzige vertretbare deutsche Tageszeitung und nicht ein anständiges Nachrichtenmagazin in deutscher Sprache mehr gibt. Und vom Fernsehen möchte ich mal gar nicht reden. Arte geht. Der französische Teil zumeist.
Wer Armut anhand von Einkommen definiert ist “arm”.
Wer soziale Verschiebungen zu Gunsten eines kleinen Kreises befürwortet ist “arm”.
Und unsere Lebensqualität definiert sich nicht durch ein Vergleich mit der durchschnittlichen Lebensqualität in anderen Staaten.
Woher kommt die unterschiedliche Entwicklung?
Es ist u.a. der Zins! Vermögen wird belohnt und Produktionswettbewerb von Wenigen (Dax 30/ Mdax) bekämpft.
Ich bin kein Linker, sondern ich trete ein für eine soziale Ausgeglichenheit. Denn fühlt sich die Masse benachteiligt (wenn auch nur im Kopf) wird es über kurz oder lang krachen.