…. finden sich erstaunlicherweise im neuen Polen von 2007 wieder.

Der ehemals deutsche Teil wählt demokratisch freiheitlich (PO, hoher Anteil rot), der ehemals russische Teil die populistische PiS (hoher Anteil blau). Da staunt der Laie und der Experte wundert sich. Wie kann man das erklären?
via: http://strangemaps.wordpress.com/2008/12/15/348-an-imperial-palimpsest-on-polands-electoral-map/


Stop!
Die Bevölkerung in Schlesien, Pommern und im südlichen Ostpreußen war 1918 eine andere als heute.
Deutsche Protestanten, deutsche Katholiken im Ermland und in Oberschlesien: Deren Nachfahren wohnen alle jetzt in NRW, Schleswig-Holstein oder Meck-VoPo.
Dazu noch slawische Protestanten, die aber deutsch-orientiert waren und deshalb auch 1945 vertrieben wurden.
Masuren, Kaschuben.
Die heutigen Bewohner der Oder-Neiße-Gebiete stammen aus dem ehemaligen Ostpolen, was im Hitler-Stalin-Pakt an die SU abgtreten wurde.
Wieso stop? Habe ich was anderes behauptet? Alles was Sie gesagt haben ist mir sonnenklar. Ich habe nicht um ein Denkverbot gebeten, sondern um Erklärungsmöglichkeiten.
Bitte dem Link folgen für einige Diskussionsansätze.
These: Der Teil des ehemaligen Deutschlands war damals schon zumindest industrialisierter und auch infrastrukturell besser ausgestattet. Dies hat sich bis heute so erhalten, soll heissen, neue INdustrien, Dienstleistungen haben sich bevorzugt dort angesiedelt/wurden angesiedelt, wodurch es dort wieder die aktuell bessere Infrastruktur gab, usw.
Durch diesen Umstand geht es den Leuten in diesen Gebieten ökonomisch besser und sie wählen deshalb freiheitlicher. In Warschau wird ja auch PO gewählt, dort sollte es den Leuten ja auch wirtschaftlich besser gehen.
(Kann auch alles total falsch sein, hab mir jetzt z.B. keine Karten über die wirtschaftliche Situation der verschiedenen polnischen Regionen angeschaut.)
Hm. Interessant. Könnte sein. Scheint allerdings nicht zu stimmen.
Die Wirtschaftsleistung scheint in Polen (außerhalb von Warschau, wo sie höher ist) über alle Regionen relativ gleichverteilt zu sein.
Mhhh, dann halt nicht
Neue Theorie:
Diejenigen Leute, welche heute auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches leben, mussten (zumindest ihre Familien) aufgrund des Handelns von 2 totalitären Staaten (Nazi-D und SU) ihre Heimat verlassen und sehr weit weg von ihrer Heimat umsiedeln, da diese ja hauptsächlich aus den an die SU verlorenen Gebieten stammen. Sie lehnen deshalb totalitäre Systeme mehr ab und wählen freiheitlicher.
Für Warschau gilt weiterhin das obige.
Ist das tatsächlich so, daß sich in den ehem. deutschen Gebieten hauptsächliche Flüchtlinge aus der SU angesiedelt hatten? Unter Hitler und Stalin haben doch alle Polen gleichermaßen gelitten, würde ich denken, oder nicht? Und unter der Knute des Sozialismus waren bis 1989 auch alle gleichermaßen. Ich habe leider auf die Schnelle keine Karte mit Flüchtlingsbewegungen in Folge des 2. Weltkrieg gefunden. Da könnte man sich ja evtl. weiter informieren.
Also soweit ich weiss, sind in die neuen polnischen Gebiete vor allem die Flüchtlinge aus dem polnischen Osten gekommen. Die anderen hatten ja keinen Grund umzuziehen.
Mhh, so eben bei Wikipedia nachgeschaut. Dort steht unter dem Eintrag Polen:
„Die Gebiete wurden später überwiegend mit Bürgern aus Zentralpolen (drei Millionen), darunter etwa eine halbe Million von Polen zwangsumgesiedelte Ukrainer, und mit Vertriebenen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten (etwa zwei Millionen) besiedelt. Einige Oberschlesier, Masuren und Deutsche blieben als Minderheit zurück.“
Scheint also fifty-fifty ungefähr zu sein. Wobei natürlich daraus nicht hervorgeht warum die Zentralpolen dorthin gezogen sind bzw. vllt. waren diese ja wiederum eher ein bestimmter Typ die eben, zB aus Benachteiligung in Zentralpolen, dorthin gezogen sind.
http://en.wikipedia.org/wiki/Regained_Territories#Resettlement