Weniger ist mehr. Auch beim CO2. Denn:
„Würden alle Atomkraftwerke unbeschränkt weiterlaufen, hätte dies einen Emissionseffekt von insgesamt 441 Millionen Tonnen Kohlendioxid“ allein für den Zeitraum 2013 bis 2020, heißt es in einem internen Vermerk des Umweltbundesamts. Atomstrom, der mit Uran als Brennstoff produziert wird, würde Strom aus Kohle und Erdgas verdrängen, bei dessen Erzeugung CO2 frei wird. 441 Millionen Tonnen sind eine erkleckliche Menge: Das wäre so, als würde ganz Deutschland ein halbes Jahr lang gar kein Kohlendioxid ausstoßen.
Na, das nenne ich mal gute Nachrichten, oder? Dann ist ja klar, was man machen muß, oder? Aber denkste
Unter den heutigen Rahmenbedingungen wäre durch den schwarz-gelben Atomplan für den Klimaschutz „nichts gewonnen“, eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke würde „wahrscheinlich sogar dem Klimaschutz schaden“.
Warum? Weil die EU-Staaten die CO2-Quoten bis 2020 schon festgelegt haben. Jede zu schnelle Reduktion des CO2-Ausstoßes ist also unerwünscht, denn der Preis, der nunmehr für CO2-Ausstoß bezahlt werden muß, sinkt dementsprechend. SPON fällt dazu folgende Schlagzeile ein: „Atomkraft macht Klimakiller billiger!“ Ich würde ganz gern wissen, ob so verschwurbelt auch dann argumentiert würde, wenn plötzlich irgendeine andere Technik einen derartigen Fortschritt ermöglichen würde. Zum Beispiel würde ich gerne mal lesen: „Windräder machen Klimakiller billiger!“, denn das stimmt hier ja genauso. Nur der unfaßbaren Ineffektivität von regenerativen Energien ist es also zu verdanken, daß wir sowas nicht lesen müssen. Gott sei Dank.

