Was will uns dieser Artikel sagen? Der Leser erfährt, daß Frankreich äußerst emissionsarm Energie produziert. Aber:
Allerdings spielt Paris die Musterrolle nur deshalb, weil das Land beinahe ausschließlich auf Atomkraft setzt: 85 Prozent der Stromerzeugung werden von 58 Meilern des Elektroproduzenten EDF produziert – Frankreich ist eine durch und durch nukleare Nation.
Und:
Und genau das wird ihr jetzt zum Verhängnis.
Wieso? Wer jetzt zuerst denkt (so wie ich), daß die AKWs in Frankreich daran Schuld sind, irrt. Zur Erklärung: In Frankreich kümmert sich das Wetter nicht um die aktuelle katastrophale Erderwärmung (Merke: Wetter != Klima). Es gibt eine Menge Kälte und Schnee, und in Frankreich wird gern mit Strom geheizt, also gibt es gerade Importbedarf. Der Strombedarf wäre genauso hoch, falls Frankreich statt AKWs Kohlekraftwerke verwenden würde.
Also was will uns SPON hier vermitteln?
- Häme über den unzuverlässigen Atomstrom: “Ein knappes Dutzend AKWs sind derzeit wegen Wartungsarbeiten nicht am Netz, mehrere “kleine Störfälle”, zuletzt im südlichen Departement Ardèche, sorgten für Ausfälle.”, man beachte die Anführungszeichen bei kleine Störfälle, wahrscheinlich waren es eigentlich Kernschmelzen, denn in AKWs gibt es nie kleinere Störfälle, immer nur GAUe.
- Häme über Frankreich? Wie dumm die “Atomstrom-Nation Nummer 1″ doch ist, man “… macht ernsthaft die harsche Kaltluftfront für die “gespannte Lage” verantwortlich”
- Der Spiegel will einmal kurz unfaßbare Frankreichkenntnisse dokumentieren (“sieht die akute Lage der Grand Nation düster aus”); eine Lesart, die sich aber durch den Schreibfehler an der falschen Stelle aber schon sofort wieder erledigt.
Und das war dann wohl mal wieder nix mit dem guten Journalismus.


Ich finde es jedenfalls wichtig, dass SPON an der Sache dran bleibt. Vermutlich werden Schwägerl und Simons bald aufdecken, dass alle Franzosen aufgrund der vielen durch die “kleinen Störfälle” freigesetzten Strahlung unsterblich geworden sind. Das würde auch ihre lange Lebenserwartung erklären.
Jedenfalls hat es früher noch niemals und nirgendwo ein solches Problem mit der Stromversorgung gegeben. Wieso auch? Damals haben ja im Winter noch die Palmen geblüht. Schnee im Winter? Klarer Beweis für den Klimawandel.
Jawohl. Das sieht man schon daran, daß die Franzosen überhaupt nicht mit der Lage zurecht kommen! Früher konnten nur die Holländer nicht mit Winterreifen umgehen, heute ist es fast ganz Europa. Bleibt noch die Frage, ob es auch soweit gekommen wäre, wenn die Franzosen frühzeitig auf Kohle- oder Windkraft gesetzt hätten. Und übrigens: Wann hat eigentlich Deutschland das letzte Mal Strom aus Frankreich importiert, ohne daß es SPON eine Schlagzeile wert gewesen wäre?
Wir Deutsche leben im Wald und zwar im harmonischen Einklang mit der Natur. Wir importieren keinen Atomstrom. Das weiß doch jedes Kind!