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Deutschland punktet mit „trendigen Städten“

Deutschland konnte in mehreren Kategorien die obersten Plätze erreichen: Beim „Unkomplizierten Reisen“ und „Lebensstandard“ war es Nummer eins. In punkto „Politische Freiheit“, „Sicherheit“, „Umweltbewusstheit“, „Spitzentechnologie“ und „Konferenzstandort“ erhielt es zweite Plätze. „Die Marke Deutschland unterscheidet sich von denen anderer europäischer Länder, dass sie mit ihren innovativen und trendigen Städten wirbt“, analysiert die Studie.

Darf man eigentlich vom führenden deutschen Nachrichtenmagazin erwarten, daß die Redakteure fehlerfrei aus dem Englischen übersetzen können? Offenbar nicht.

Genscherwelle

Im Spiegel ist Gabor Steingart des Lobes voll für den neuen Außenminister und vergleicht ihn mit dem damaligen frischgebackenen Außenminister Genscher, über den der Spiegel damals notierte:

Mit Genscher kommt eine Figur an die Spitze, die schon seit 20 Jahren in Bonn agiert, von der aber keiner sagen kann, wer er eigentlich ist. Er löst Befürchtungen aus, aber keine Begeisterung. War bisher ein deutscher Provinzpolitiker. Genscher kann weder englisch noch französisch. Er ist ein Politiker ohne Ausstrahlungskraft und Charisma. Hervorgetan hat Genscher sich durch einen unbändigen Aktionismus, Hektik, Betriebsamkeit, Show-Geschäft, eine Arbeitswut und Omni-Präsenz, Alleskönnerei. Genschers Einzug ins Außenministerium sehen seine künftigen Untergebenen mit einiger Beklemmung entgegen. Aber sie rechnen damit, dass der außenpolitische Dilettant ohne den Apparat überhaupt nicht zurande kommen kann.

So kann man sich irren, denn beim Abgang von Genscher 1992:

Als der im Mai 1992 aus eigenen Stücken das Kabinett von Helmut Kohl verließ, war die Trauer in Deutschland groß. Auch der SPIEGEL befand sich unter den Kondolierenden. Rudolf Augstein schrieb: „Nicht der Lotse ging von Bord, wohl aber das Schiff.“

Endlich sagt’s mal jemand. Das wäre mal eine Lösung:

Es wäre hier bald Frieden, wenn man Gaza, das Westjordanland und alle arabischen Länder drum herum mit ausreichend Air Condition ausstatten würde.

Begründung:

Es ist zu heiß, die Männer werden unruhig und wissen nicht, was sie tun sollen. Dann ist auch noch Ramadan oder Jom Kippur oder so, sie dürfen nichts trinken und ziehen aus lauter schlechter Laune in den Krieg.“

Klingt total logisch für mich.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,656007-2,00.html

Weniger CO2 ist mehr CO2

Weniger ist mehr. Auch beim CO2. Denn:

„Würden alle Atomkraftwerke unbeschränkt weiterlaufen, hätte dies einen Emissionseffekt von insgesamt 441 Millionen Tonnen Kohlendioxid“ allein für den Zeitraum 2013 bis 2020, heißt es in einem internen Vermerk des Umweltbundesamts. Atomstrom, der mit Uran als Brennstoff produziert wird, würde Strom aus Kohle und Erdgas verdrängen, bei dessen Erzeugung CO2 frei wird. 441 Millionen Tonnen sind eine erkleckliche Menge: Das wäre so, als würde ganz Deutschland ein halbes Jahr lang gar kein Kohlendioxid ausstoßen.

Na, das nenne ich mal gute Nachrichten, oder? Dann ist ja klar, was man machen muß, oder? Aber denkste

Unter den heutigen Rahmenbedingungen wäre durch den schwarz-gelben Atomplan für den Klimaschutz „nichts gewonnen“, eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke würde „wahrscheinlich sogar dem Klimaschutz schaden“.

Warum? Weil die EU-Staaten die CO2-Quoten bis 2020 schon festgelegt haben. Jede zu schnelle Reduktion des CO2-Ausstoßes ist also unerwünscht, denn der Preis, der nunmehr für CO2-Ausstoß bezahlt werden muß, sinkt dementsprechend. SPON fällt dazu folgende Schlagzeile ein: „Atomkraft macht Klimakiller billiger!“ Ich würde ganz gern wissen, ob so verschwurbelt auch dann argumentiert würde, wenn plötzlich irgendeine andere Technik einen derartigen Fortschritt ermöglichen würde. Zum Beispiel würde ich gerne mal lesen: „Windräder machen Klimakiller billiger!“, denn das stimmt hier ja genauso. Nur der unfaßbaren Ineffektivität von regenerativen Energien ist es also zu verdanken, daß wir sowas nicht lesen müssen. Gott sei Dank.

Gaga-Gastland

China als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2009? War ja klar, dass das Zusammentreffen zwischen der zensurgeilen Kommunistischen Partei Chinas und dem freien Buchmarkt für allerlei Gelegenheiten zum Kopfschütteln über die mittlerweile 60 Jahre alte Volksrepublik führen würde. Insbesondere das bizarre Verhalten der Kommunisten in Bezug auf den chinesischen Herrschaftsanspruch über Taiwan trägt mal wieder komische Züge.

Auf jedem Band prangt ein kleiner Aufkleber, auf dem auf Englisch und Chinesisch zu lesen ist: «Jede Behauptung in diesem Buch, die das Ein-China-Prinzip infrage stellt, wird zurückgewiesen.» Auf Nachfrage will niemand am China-Stand etwas von diesem Aufkleber wissen, geschweige denn eine Erklärung abgeben.

one china crazy

Das Phänomen sollte mal von einem Psychologen untersucht werden. Man bräuchte jetzt nur noch eine entsprechend große Couch…

Mehr zum Aufeinandertreffen von China und Taiwan auf der Frankfurter Buchmesse gibts hier:

DPA – Zwei Taiwans auf der Frankfurter Buchmesse

Das trifft’s irgendwie:

There is the sense that he has won simply by not being George W. Bush. Effete Europe is congratulating rowdy America for cleaning up its act and not bringing guns to the dinner table.

http://swampland.blogs.time.com/2009/10/09/no-peace-no-prize/?xid=rss-topstories#ixzz0TSEJo5Ow

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama für „his extraordinary efforts to strengthen international diplomacy and co-operation between peoples“. Das ist seltsam, um es mal freundlich auszudrücken. Obama ist noch nicht einmal ein Jahr lang im Amt. Zudem haben seine diplomatischen Bemühungen noch keinerlei Früchte getragen. Der Iran bastelt weiter an der Atombombe, Nordkorea zeigt keinerlei Anzeichen seine aufzugeben und der Dicke von Caracas wettert weiterhin gegen das Imperium. George W. Bush hat in meinen Augen deutlich mehr geleistet. Aber vermutlich war über die Hälfte des Auswahlkommitees mit Angehörigen der deutschen Obama crowd besetzt. Oder es wurde dieses Jahr ausschließlich durch die Spiegel Online-Redaktion abgestimmt.

Ich hätte den Preis in diesem Jahr an den chinesischen Präsidenten Hu Jintao vergeben. Für Chinas Beiträge zur Schaffung einer harmonischen Welt, insbesondere in Darfur, Simbabwe und Burma. Der russische de facto-Präsident Vladimir Putin wäre natürlich auch ein Kandidat, für seine Bemühungen den globalen Frieden durch das Reiten mit nacktem Oberkörper zu fördern. Oder eben Obama…

Würg!

Jedes Land hat seine Helden. In Libyen sind es anscheinend kaltblütige Massenmörder

Das (private und unabhängige) Melbourne International Film Festival hat den Dokumentarfilm „The 10 Conditions of Love“ auf sein Programm gesetzt, der sich mit dem Leben von Rebiya Kadeer beschäftigt. Die Präsidentin des Weltkongress der Uiguren war schon vor den ethnischen Unruhen vom 5. Juli dieses Jahres der Staatsfeind Nr. 2 in China (der erste Platz in dieser Kategorie gebührt natürlich dem Dalai Lama). Die geplante Ausstrahlung eines unabhängigen Dokumentarfilmes auf einem privat organisierten Filmfestival im nicht-chinesischen Australien führte jedoch zu einer sehr anschaulichen Demonstration des doch sehr einseitigen chinesischen Verständnisses von „Nicht-Einmischung“:

  • Das chinesische Konsulat in Melbourne rief bei den Organisatoren des Festivals an und forderte sie auf den Beitrag über Kadeer zurückzuziehen.
  • Drei chinesische Regisseure, die an dem Festival mit eigenen Beiträgen teilnehmen wollten, erhielten Anrufe chinesischer staatlicher Stellen, in welchen ihnen die Situation „erklärt“ wurde, woraufhin sie ihre Beiträge „freiwillig und als Zeichen des Protestes“ zurückzogen. Andernfalls wäre ihre Karriere sicherlich zu Ende gewesen…
  • Nationalistische Hacker sabotierten zudem die Website des Filmfestivals und ersetzten für kurze Zeit deren Inhalt mit der chinesischen Flagge und „patriotischen“ Hassbotschaften gegen Kadeer.

Diese Mischung aus „diplomatischer Belästigung“ und Aktionen ultranationalistischer Individuen ist der immer wieder zu beobachtende Versuch die chinesische Zensur auch auf das Ausland auszudehnen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Regierungen und Bürger des Westens diesen Versuchen entschieden widersetzen werden. Ein guter Anfang wäre es wohl sich den Film über Kadeer anzuschauen.

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